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Außenstände
Unbezahlte Rechnungen, die die Liquidität belasten, betriebswirtschaftlich gesehen totes Kapital, das sich mit Hilfe von Factoring problemlos aktivieren lässt (Liquidität).

Basel II

Als 'Basel II' bezeichnet man ein zweites Konsultationspapier, das der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht im Januar 2001 vorgelegt hat. Dieser Ausschuss setzt sich aus Vertretern der Bankenaufsichtsbehörden der führenden Industrieländer (Zehnergruppe) zusammen. Das Konsultationspapier enthält Empfehlungen für die Neuordnung des Bankensystems in der Welt.

Bonität
Kreditwürdigkeit von Geschäftspartnern; die laufende Bonitätsprüfung der Debitoren gehört zum Service des Factors. Sie ist mitentscheidend für die Höhe des Factoringentgelts.

Debitorenmanagement
Dazu gehören Debitorenbuchhaltung, regelmäßige Bonitätsprüfung, Mahnwesen und Inkasso. Für das Unternehmen ist das Debitorenmanagement häufig mit erheblichem Zeit- und Personalaufwand verbunden; die Übernahme des Debitorenmanagements gehört zum Serviceangebot des Factoring (Outsourcing).

Delkredere
Haftung des Factors für teilweisen oder vollständigen Forderungsverlust durch Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers. Die Zahlungsunfähigkeit gilt nach einer festgelegten Frist ohne besonderen Nachweis als eingetreten, wenn der Abnehmer nicht gezahlt und keine Einwände gegen seine Zahlungspflicht erhoben hatte.

Eigenkapitalquote
Kennzahl aus der Bilanzanalyse, bei der das Eigenkapital zum Gesamtkapital in Beziehung gesetzt wird.

Factoring
Unter Factoring versteht man den Kauf von Geldforderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen. Factoring dient der kurzfristigen Umsatzfinanzierung und dem hundertprozentigen Schutz vor Forderungsausfällen; zum Factoring gehört ein effizientes Debitorenmanagement.

Factoring mit Delkredereübernahme (echtes Factoring)
Der Factor hat keine Rückgriffsmöglichkeit auf seinen Kunden, d.h. er übernimmt bei Zahlungsunfähigkeit des Debitors das Ausfallrisiko.

Factoring ohne Delkredereübernahme (unechtes Factoring)
Der Factor hat die Möglichkeit, bei Zahlungsunfähigkeit des Debitors auf den Faktorkunden zurückzugreifen.

Factoringentgelt
Preis für die Übernahme des Ausfallrisikos und des Debitorenmanagements durch den Factor. Er richtet sich nach Risiko und Arbeitsaufwand und liegt in Deutschland zwischen 0,8% und 2,5% vom angekauften Forderungsbestand (Bruttoumsatz). (Kosten)

Factoringinstitut (Factor)
Anbieter der komplexen Finanzdienstleistung Factoring, zu der neben kurzfristiger Umsatzfinanzierung auch hundertprozentige Absicherung vor Forderungsausfällen und Übernahme des Debitorenmanagements gehören. Die in Deutschland tätigen Factors bieten ihren Kunden neben dem Standard-factoring, auch Full-Service-Factoring genannt, vielfältige Factoringvarianten, die sich nach dem Bedarf der Kunden richten (Ansprechpartner).

Factoringkosten

Die Kosten des Factoring setzen sich aus den Zinsen für die Finanzierung der Forderungen und dem Factoringentgelt zusammen. Die Zinsen entsprechen den banküblichen Kontokorrentzinsen, die Laufzeit wird anhand des Zahlungseingangs der ausstehenden Forderungen berechnet. Fallweise kann für die Bonitätsprüfung ein weiterer Kostenfaktor hinzukommen (Nutzen des Factoring).

Factoringkunde
Auch Klient, Anschlusskunde, Anschlussfirma, Forderungsverkäufer, alter Gläubiger, Forderungsgläubiger, Zedent, Lieferant. In der Regel mittelständische Unternehmen aus einer Vielzahl von Branchen. Das Bau- und Baunebengewerbe sowie Branchen, in denen Vorauszahlungen üblich sind, oder solche mit einer überdurchschnittlichen Quote an Mängeleinreden eignen sich für Factoring weniger oder gar nicht.

Factoringvertrag
Beim Factoringvertrag handelt es sich um einen Rahmenvertrag zwischen dem Factoringinstitut und ihrem Anschlusskunden zur Regelung der Rechte und Pflichten. Kernbereiche sind die Andienungspflicht des Anschlusskunden, die Ankaufspflicht des Factors- im Rahmen vereinbarter Debitorenlimite -, die Haltung für den rechtlichen Bestand der Forderung und die Bonität des Debitors.

Inhouse-Factoring (auch Bulk-Factoring, Eigenservice-Factoring)
Der Factoringkunde hat die Forderung an den Factor verkauft. Er nutzt die Finanzierung und die Risikoabsicherung , übernimmt aber Dienstleistungen wie Fakturierung, Debitorenbuchhaltung, Mahnwesen und ggf. die Rechtsverfolgung sowie das Inkasso- treuhänderisch für den Factor- selbst.

Liquidität
Wird vom Factor bereitgestellt; betriebswirtschaftliche Grundbedingung für soliden geschäftlichen Erfolg, häufig durch hohe Außenstände gefährdet (Außenstände).

Maturity-Factoring (Fälligkeitsfactoring)
Der Factor übernimmt die Delkrederehaftung und erbringt alle übrigen Dienstleistungen, eine Finanzierung erfolgt jedoch nicht. Der Factor zahlt nach Eingang der Zahlung des Debitors oder nach Fälligkeit.

Nutzen des Factoring
Verbesserte Liquidität durch Abbau der Außenstände, Einsparungen beim Einkauf durch Skonti und Rabatte, bis zu hundertprozentige Sicherheit vor Zahlungsausfällen, Kostenersparnis für das Debitorenmanagement, laufende Bonitätskontrolle der Debitoren, Wegfall der Kosten für eine Kredit-versicherung, zusätzlich Verbesserung der Bilanzstruktur, Verbesserung des Standings bei Banken und Lieferanten.

Offenes Factoring
In Deutschland vorherrschende Form des Factoring, bei der die Debitoren über die künftige Zusammenarbeit mit dem Factor informiert werden.

Outsourcing
Auslagerung einzelner Betriebsfunktionen, Rationalisierungseffekt, Inanspruchnahme spezialisierter Dienstleister; Factoring ermöglicht das Outsourcing des Kosten- und personalintensiven Debitorenmanagements.

Rating
Kreditinstitute erstellen für jedes Unternehmen vor einer Kreditvergabe eine individuelle, Bonitätsanalyse, ein sogenanntes Rating. Dabei handelt es sich um eine Kennzahl, die eine Ausfallwahrscheinlichkeit des Unternehmens kennzeichnet.

Sicherheitseinbehalt
Dient dem Factor zum Ausgleich von Rabatten, Skonti oder eventuellen Mängeleinreden durch Debitoren; er beträgt zwischen 10 % und 20 % der gekauften Forderung und wird bei Fälligkeit verrechnet bzw. ausbezahlt (Zahlungen).

Standardfactoring (Full-Service-Factoring, echtes Factoring, Non-recourse-Factoring)
Im Rahmen dieses Vertrags werden vom Factor alle Leistungen in Zusammenhang mit der Forderungsabwicklung erbracht. Für den Factoringkunden erfolgt eine umsatzkongruente Finanzierung, eine hundertprozentige Risikoabsicherung und eine weitgehende Entlastung beim Debitorenmanagement.

Stilles Factoring
Die Debitoren werden über die geplante Zusammenarbeit des Lieferanten mit dem Factor nicht informiert. Diese Form ist für den Factor problematisch und schließt in der Regel die Übernahme der Delkrederehaftung aus. Sie ist in Deutschland seltener.

Quellen: Deutscher Factoring-Verband e.V.,
Jürgen Herman (2006) Handbuch Factoring VISAVIS Verlags GmbH ISBN 3-939328-00-6

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